Nur dank eines großen Kraftaktes haben die Oberliga-Handballer der TG Osthofen den TV Bad Ems in Schach gehalten. In einer wechselvollen Begegnung behielten die Hausherren die Punkte nach dem 30:27 (15:12) in der Wonnegauhalle, nachdem die Felle bei einem Zwei-Tore-Rückstand (22:24) in der 50. Minute schon wegzuschwimmen drohten.
Groß war die Erleichterung in Osthofen nach dem Abpfiff. Es war knapp gewesen. Ganz knapp. Sollte der angestrebte Sieg dem Hausherren doch noch durch die Finger rutschen, nachdem es zu Beginn wie am Schnürchen gelaufen war? Es sah ganz danach aus, als wäre der Sechs-Tore-Vorsprung aus der Anfangsviertelstunde, den Michael Keller mit dem 11:5 erzielt hatte, am Ende nichts mehr wert. Denn unmittelbar im Anschluss stockte den TGO-Fans in der Halle der Atem: Spielmacher Leo Vuletic, zuletzt beim Spiel in Saulheim bereits in bestechender Form und zu Beginn des Spiel gegen Bad Ems ebenfalls überragend, wurde in der 16. Minute rüde geblockt und landete krachend auf der Hüfte. An ein Weiterspielen des Kroaten war nicht zu denken. Zweimal versuchte es der 32-Jährige noch, zweimal musste er kurz darauf mit schmerzverzerrtem Gesicht passen. Zwar gabŽs Rot für Yvo Pesek, doch die Referees hatten den falschen Gästespieler ausgeguckt: Pascal Gras hätte es treffen müssen. "Der Ausfall von Leo hat bei uns zu einem ganz großen Bruch geführt", sagte TGO-Coach Ede Stitzel später, "bei uns hat dann der beste Spieler gefehlt, und bei denen durfte der beste Spieler weitermachen." Gras markierte in der Folge sieben Treffer für den Gast und hatte großen Anteil daran, dass die Wonnegauer in diesem "Vier-Punkte-Spiel" (Stitzel) das große Flattern bekamen.
Denn: Fortan hatte der Aufsteiger den spielerischen Faden völlig verloren. Ballverluste häuften sich, die Offensivaktionen hatten nur noch wenig Hand und Fuß. Wenn nicht Hermann Pitthan mit etlichen Paraden geglänzt hätte, wäre schon zur Pause die TGO-Führung flöten gewesen. Dies war dann beim 17:17 in der 36. Minute schließlich doch der Fall, was Pitthan dazu veranlasste, den Ball wütend auf die Tribüne zu treten. Die Zwei-Minuten-Strafe für den jungen Keeper steckten die Osthofener noch weg, aber als die TGO in der Folge gleich drei Siebenmeter vergeigte, wurde es eine ganz heiße Kiste. Uwe Hens brachte den Gast durch zwei Tore in Folge mit 24:22 (50.) in Front, doch jetzt packte die Stitzel-Crew das Kämpferherz aus. Keller besorgte den erneuten Gleichstand (25:25/54.), Christoph Kreisel, Manu Pfaff und Alexander Stumm, der sich ein Extralob des Trainers einhandelte, legten bis zur 58. Minute (28:25) den Grundstein zum Heimsieg, der - wenn nicht alles täuscht - für die vom Verletzungspech verfolgte TGO den vorzeitigen Klassenerhalt bedeuten dürfte. Mit 24 Punkten nach 22 Spielen sollte im Grunde nichts mehr anbrennen.
TG Osthofen: Pitthan, Montino; Keller (6), Alexander Stumm (7), May (2/1), Pfaff (4), Bitsch (1), Zellmer (1), Heymann (2), Marius Stumm, Vuletic (4/2), Kreisel (3).
Veröffentlicht am 16.03.2009 von Rudolf Strauch
