20.03.2012 - WORMSER-ZEITUNG
Von Volker Schütz
RHEINHESSENLIGA-DERBY Bis der Gast endlich im Spiel ist, hat die HSG Worms schon den Grundstein zum Sieg gelegt
Spannend war es allemal. Wesentlich spannender jedenfalls, als das Derby der Frauen zwischen der HSG Worms und der TG Osthofen, das in der proppenvollen Nikolaus-Doerr-Halle zuvor ausgetragen worden war. Da hatte sich das gastgebende Frauen-Ensemble nach einer hohen Führung schon zur Pause am Ende locker-flockig und wie erwartet mit 26:17 durchgesetzt. Bei den Männern ging es im Anschluss wesentlich knapper zu, bis freilich auch da der Hausherr gezeigt hatte, wer der Herr im Haus ist. 32:29 hieß es beim Schlusspfiff. Der Favorit hatte sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, hatte das stets faire Derby für sich entschieden und damit Rang drei der Handball-Rheinhessenliga untermauert. Schließlich hatte die auf Platz vier beheimatete HSG Zotzenheim Gewehr bei Fuß gestanden, um die Wormser vom dritten Rang zu schubsen, falls die Osthofener einen Coup gelandet hätten.
Dass es dazu nicht kam, lag vor allem an einer von den Gästen arg verschluderten Anfangsphase. „Da haben wir einfach kein Bein auf den Boden gekommen“, murrte Osthofens Trainer Eduard Stitzel. Sein Team hatte bereits nach zehn Sekunden die erste Großchance verballert und hatte auch in der Folge etliche freie Schusschancen, doch die Wormser nutzen diese Unkonzentriertheiten eiskalt: Statt selbst in Führung zu gehen, lag die TGO über 1:5 und 3:9 rasch zurück. Stitzel schwante da nichts Gutes: „Ich dachte, da wäre der Drops bereits gelutscht.“
Dass sich der Gast nicht widerstandslos in sein Schicksal ergeben würde, hatte Stitzels HSG-Kontrahent Mathias Obenauer, der diesmal auf den verhinderten Partner Hans Karl Böhnert verzichten musste, schon erwartet. Und richtig: Nach einer Auszeit fand der Gast tatsächlich den Gaszug, drehte plötzlich mächtig auf und verkürzte auf 11:14. Jetzt waren die Wonnegauer im Spiel.
Und es wurde spannend. Mit einer offensiven Deckungsvariante versuchte der Gast, dem HSG-Angriff zu begegnen. Was immer wieder gelang. Gegen starke Einzelleistungen der Gastgeber oder beispielsweise ein gutes Zusammenspiel mit Kreisläufer Jochen Schloß, der es schließlich auf zehn Treffer brachte, hielt die HSG den Widersacher aber auf Distanz. Osthofen schnupperte zwar immer mal wieder zumindest an einem möglichen Ausgleich, doch näher als beim 18:20 und beim 23:25 kamen sie nie heran.
Zwei Minuten vor Schluss kam dann beim Gast noch einmal die Hoffnung auf einen Punktgewinn auf (28:30), doch im Gegenzug hatte die HSG prompt wieder einen Drei-Tore-Vorsprung auf der Habenseite. „Da wir nie in Rückstand gelegen haben, kann man von einem verdienten Sieg sprechen“, so Obenauer. Dem pflichtete Stitzel bei: „Die waren einfach konstanter.“

Bester Werfer auf Seiten der TG Osthofen: Daniel Strack erzielte im Derby elf Treffer, was die Niederlage nicht verhinderte Archivfoto: Photoagenten / Christine Dirigo
Veröffentlicht am 20.03.2012 von Matthias Zellmer
