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Den Gast vor der Pause aus der Wonnegauhalle gefegt

Von Klaus Diehl

Handball-Rheinhessenliga: TG Osthofen I – HC Gonsenheim I 35:22 (21:7) / Temperamentvolle Partie / Pokalspiel in Ingelheim am Donnerstag

Die TGO-Herren legten vom Anpfiff weg los wie die Feuerwehr und führten nach zwei Minuten auch bereits mit 3:0. Der Gast aus Gonsenheim wusste gar nicht so recht, wie ihm geschah und von ihrem Vorhaben – wie bereits in der letzten Saison zweimal gegen Osthofen die Oberhand zu behalten – waren sie bis zur Pause einige Lichtjahre entfernt.

Auch ihre taktischen Maßnahmen, Florian Reichelt in Manndeckung zu nehmen und Christian Kulaszewicz an der kurzen Leine zu halten, erwiesen sich als wenig zweckmäßig. Die Gastgeber präsentierten sich in der heimischen Wonnegauhalle bis an die Halskrause motiviert und ließen mit einer variablen und sattelfesten 6:0-Deckung den Mainzer Vorortlern keine Entfaltungsmöglichkeiten. Dazu stand die TGO-Deckung nahezu bombenfest, wobei Routinier Manu Pfaff noch besonders herausragte.

Dahinter mit Thorsten Heck vor der Pause ein Keeper zwischen den Pfosten, der nicht nur den ersten Siebenmeter der Gäste abwehren konnte, sondern mit weiteren acht Glanzparaden den HCG-Angreifern zusätzlich den Nerv zog. Es war eine rauschende Ballnacht, mit welch flüssigen, schnellen, variablen und gefährlichen Angriffsaktionen über 5:1, 7:2, 8:3 9:4, 14:4 und 14:7 die TGOler bis zur Pause vor einem begeisterten Publikum auf 21:7 davonziehen konnten. Das war schneller und temperamentvoller Handball bester Güte. Allererste Sahne war das, wobei der neue TGO-Trainer allen Feldspielern Einsatzzeiten zukommen ließ, ohne dass dies dem Spiel einen Abbruch bereitetet hätte. So gab auch Gonsenheim bereits Mitte der ersten 30 Minuten die zwecklose Manndeckung gegen Florian Reichelt auf, weil sich diese Maßnahme absolut als unrentabel erwies.

Mit sichtlichen Kreislauf-Problemen für Gonsenheim ging es in die Halbzeitpause. Verbunden mit der Hoffnung, dass die TGOler nicht mehr ganz so konzentriert sein und mit ihrem ungeheuren Tempo-Handball weitermachen würden. Der Beginn der zweiten 30 Minuten gab dieser Hoffnung etwas Ausdruck, ohne aber den TGO-Sieg in irgendeiner Art und Weise noch in Gefahr bringen zu können. Einige Fehler im Tempo- und Aufbauspiel und auch die in der Deckung in einigen Phasen fehlende letzte Konsequenz auf TGO-Seite ließen den zweiten Durchgang für den Gast etwas milder ausfallen, doch am Ende stand mit 35:22 ein absolut verdienter und überzeugender TGO-Sieg und mit Hagen Gutland auch ein zweiter Torhüter zwischen den Pfosten, der sein Handwerk bestens versteht.

Was wird man von den TGO-Herren erst erwarten können, wenn sie die Leistung der ersten 30 Minuten einmal im gesamten Spiel so lange wie möglich bringen können? Nun, das ist Zukunftsmusik und die Saison dauert noch lange. Da wird sich auch zeigen müssen, wie man den Ausfall des wurfgewaltigen Halblinken Marius Stumm auffangen kann, der ein längeres Auslandssemester in Warschau absolviert. Gegen den HC Gonsenheim absolvierte er, zumindest für die nächsten fünf Monate, sein letztes Spiel.

\"Da darf man gespannt sein, wie wir das auffangen. Zumal auch noch ab Oktober Carl May, der ein Studium in München beginnt, ebenfalls nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Doch jetzt folgt erst einmal am Donnerstag, um 20.30 Uhr die Pokalaufgabe in Ingelheim. Dies ohne Manu Pfaff, der beruflich verhindert ist\", so der TGO-Coach. Nach der Herbstpause folgt das nächste Heimspiel gegen die HSG Worms, ein absoluter Knüller, auf den man sich schon heute freuen darf.

Für die TGO spielten: Thorsten Heck, Hagen Gutland, Carl May, Benedikt Beckerle, Manu Pfaff, Mathias Zellmer, Benny Kühlung (je 2), Bitsch (1), Liebisch (5), Kulaszewicz (3) , Marius Stumm (4), Florian Reichelt (9/2) und Eric Popple (3).

Veröffentlicht am 26.09.2012 von Carsten Eckelmann

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