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Bericht WZ: TG Osthofen verspielt Führung gegen TV Bodenheim

Handball: TG Osthofen verspielt Führung gegen TV Bodenheim

Von Jürgen JaapOSTHOFEN - Die TGO-Trommler-Kids trommeln und schreien sich die Seele aus dem Leib: „Defense, Defense!“ Über 400 Zuschauer beider Lager bibbern mit den Ihren in der Wonnegauhalle. Trainer, Spieler und Betreuer sind angespannt wie Flitzebogen. Es ist höchste Zeit für das Spitzenspiel der Handball-Rheinhessenliga der Herren. TG Osthofen versus TV Bodenheim. Der Dritte fordert den Ersten. 25:23 steht es neun Minuten vor dem Ende des Spiels. Der Favoritensturz scheint möglich, doch Bodenheim legt einen furiosen Endspurt hin. 27:30 lautet das Endresultat – nach einem 11:13 zur Pause.

„Das war sehr, sehr ärgerlich“, vergräbt Eric Popple erst einmal sein Gesicht in einem den Schweiß aufsaugenden Handtuch. „Uns es tut auch weh“, gesteht der beste Spieler der Partie. Eric Popple hätte zum Helden eines wirklich guten und die Zuschauer gefangen nehmenden Spiels werden könne. Hätte. „Eric hat in den letzten zwei Jahren eine fantastische Entwicklung genommen“, lobte sein Trainer Frank Herbert den Kreisläufer, Konterspieler und darüber hinaus bärenstarken Abwehrrecken völlig zu Recht. „Schade nur“, ergänzt Frank Herbert sichtlich enttäuscht, gerade Eric wäre dieser Sieg heute zu gönnen gewesen.“

In der Tat. was Popple an der Seite des ebenfalls herausragend agierenden Manuel Pfaff in der TGO-Abwehr an „Drecksarbeit“ leistete, war schon bemerkenswert. Bemerkenswert auch laut Frank Herbert, dass „mein Team trotz vieler unglücklicher Schiedsrichter-Entscheidungen gegen uns nie aufsteckte“. Den Zwei-Tore-Rückstand beim Seitenwechsel machte speziell das Duo Florian Reichelt, der auf der Spielmacher-Position mächtig viel Verantwortung übernahm, und Eric Popple, der die gescheiten Pässe von Reichelt zu insgesamt neun Treffern eiskalt verwertete, bald wett. 18:18 stand es Mitte der zweiten Hälfte, ehe die Wonnegauer noch eine Scheibe drauf legten.

Bis kurz vor Schluss schien auch ob einer kämpferisch und spielerisch klasse auftrumpfenden Heimmannschaft alles denkbar. „Wir haben uns dann allerdings selbst geschlagen“, sah Frank Herbert seine Sieben im Überschwang der Offensiv-Bemühungen im zweiten Durchgang ein ums andere Mal in Konter laufen. Binnen vier Minuten ging so der schöne 25:23-Vorsprung flöten. Bodenheim drehte das Match auf 25:27, um wenig später „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ zu skandieren. Frank Herbert hatte in diesem Moment einige Osthofener Spieler aufzurichten. „Die waren kein bisschen besser als wir“, munterte er seine Jungs auf. Ein wenig abgezockter und auch glücklicher vielleicht – aber nicht besser.

TG Osthofen: Heck, Montino; Warzecha (2), Beckerle, Strack (3/3), Manuel Pfaff, Aul, Saul, Kulaszewicz (1), Zellmer (1), Kühling (3), Reichelt (4), Popple (9/1), Klimavicius (4).

 

Veröffentlicht am 11.02.2014 von Carsten Eckelmann

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