Kein „normales“ Handballspiel
Am Sonntagabend reisten die Damen 2 hoch motiviert nach Saulheim. Wer das Hinspiel verfolgt hatte, wusste, was der jungen Truppe bevorstand und so fanden erfreulicherweise auch viele Anhänger den Weg in die gegnerische Halle.
Aufgrund des Hinspiels, das man unglücklicherweise zum Saisonstart mit 2 Toren verloren hatte, war klar, dass hier zum Sieg mehr als nur handballerisches Können nötig war, um den Saulheimerinnen den Zahn zu ziehen.
Die Begrüßung blieb aus, stattdessen wurden die Osthofener mit bösen Blicken, spitzen Zungen und schauspielerischem Unvermögen in Empfang genommen.
Zunächst unbeeindruckt von den Gesten spielten wir unser Spiel, lagen schnell mit 3 Toren vorne, doch auch Saulheim fand langsam in die Partie, sodass sie sich zunehmend ausgeglichener gestaltete.
Was den Gegnern ohne „Google“ jedoch nicht bewusst zu sein schien ist, dass Handball durchaus ein körperbetonter Sport ist, denn der Zweck der Abwehr liegt schließlich darin, den Angriff am Torwuf zu hindern. Diese Tatsache kam leider gar nicht gut bei den Saulheimerinnen an. Da wurde bei kleinster Berührung geflennt, 2 Minuten gefordert oder sogar dem Trainer vorgeworfen, er trainiere das Team darauf, einige Ex-Spielerinnen der TGO ins Gesicht zu schlagen. Das Spiel entwickelte sich von einem Kampfspiel zum Zickenkrieg, der uns leider in unserem Ablauf störte. So kam es, dass die Damen 2 zur Halbzeit nur mit einem Tor (10:11) führten.
Nach dem Seitenwechsel bot sich ein ähnliches Bild, doch es wurde noch ruppiger. Hinzu kam, dass einige Fouls der Gegner nicht geahndet wurden, doch wenn dies geschah, so konnte man 7Meter-Würfe oder freie Würfe auf das Tor nicht verwandeln und somit die glasklare technische Überlegenheit nicht zu einem Vorsprung nutzen.
Die Saulheimerinnen erkannten ihre Chance, den TGOlerinnen im Meisterschaftskampf erneut ein Bein zu stellen und kamen, auch durch einige glückliche Abschlüsse, bis auf eine Führung von 18:17 heran, jedoch konnte man noch ausgleichen. So trennte man sich 18:18, schade! Die Gegnerinnen schafften es tatsächlich mit ihren Mitteln uns einen Punkt abzuluchsen und feierten dieses Ergebnis auch wie ein Sieg.
Bleibt zu sagen, dass daraufhin kein Händeschütteln folgte, stattdessen wurden weiterhin freundliche Liebeleien ausgetauscht und Zuschauer selbst vor der Halle noch beleidigt – von Fairness noch immer keine Spur. Doch die Mannschaft lässt sich selbstverständlich hierdurch nicht beirren, ein Blick auf die Tabelle verschafft uns die allergrößte Genugtuung. Der wirklich wichtige Gegner steht nun bevor: Am Sonntag treffen die Damen 2 auf den Tabellennachbarn und Meisterschaftsanwärter Weisenau. Mit einem Sieg kann man sich so erneut an die Spitze der Tabelle schieben. Als Motivation dient hier auch der Gedanke, dass man in diesem Fall die Mannschaften der Kreisklasse hinter sich lassen und sich auf das Wesentliche, den Handballsport konzentrieren kann.
Über Unterstützung würden sich die Mädels freuen, diesmal auch garantiert ohne Beleidigungen ;)
Veröffentlicht am 14.03.2016 von Carsten Eckelmann
