Oberliga: In Osthofen weht ein anderer Wind
OSTHOFEN - (fst). „So fühlt sich also eine Niederlage an.“ Dieser Gedanke dürfte in den Köpfen einiger Handballer der TG Osthofen am Sonntagabend herumgegeistert sein, hatte der Oberliga-Aufsteiger aus dem Wonnegau doch nach einer Saison in der Rheinhessenliga ohne Verlustpunkt eine Etage höher die erste Pleite hinnehmen müssen. Mit 26:35 (11:15) unterlag die TG Osthofen dem VTZ Saarpfalz. Trotzdem war Jürgen Strack, der den verhinderten Trainer Dieter Bösing vertrat, gar nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge: „Die Mannschaft hat über 45 Minuten eine starke Leistung gegen einen Gegner gezeigt, der noch ganz woanders seine Punkte holen wird.“
In der Tat waren es exakt 15 durchwachsene Minuten der TGO, die dem Gegner aus Zweibrücken die entscheidenden Vorteile brachten. Zehn davon fielen in die Anfangsphase. Osthofen agierte nervös und wohl auch überrascht vom Tempo und der Spielhärte in der neuen Liga. „Das ist ein komplett anderer Handball“, meinte später etwa Kreisläufer Tobias Aul: „Ich habe schon im ersten Angriff gemerkt, dass in der Oberliga ein anderer Wind weht.“
So war beispielsweise in der Anfangsviertelstunde nicht sonderlich viel von der kompakten Defensive und dem schnellen Umschaltspiel der TGO zu sehen. Stattdessen agierte die Abwehr der Hausherren ohne Zugriff auf die gegnerischen Angreifer. Ohne den langjährigen Spielmacher Leo Vuletic und Torwartroutinier Thorsten Heck, die beide wie angekündigt der jungen Garde den Vortritt ließen, fand Osthofen überhaupt nicht in die Partie. Die Gastgeber profitierten jedoch davon, dass der VTZ reihenweise Chancen liegen ließ. Der junge Patrick Quickert entschärfte unzählige Bälle mit Glanzparaden und hielt seine Mannschaft dadurch im Spiel. Weil im Feld auch Neuzugang Björn Scheuer (8) mit seiner Erfahrung im höherklassigen Handball in die Partie fand, war Osthofen Mitte der ersten Halbzeit im Spiel. Zwar ging das Team mit einen 11:15-Rückstand in die Kabine, das Osthofener Haupt war aber erhoben.
Es ging sogar noch höher, denn mit Spielwitz verkürzte die TGO sogar zwischenzeitlich auf 17:19. Per Siebenmeter verpasste Daniel Strack aber die Chance, auf ein Tor heranzukommen. Selbst eine doppelte Überzahl blieb ungenutzt. Und von der 45. zur 50. Minute zog der Gast entscheidend davon.
TG Osthofen: Drees, Gasz (3), Keller, Strack (6), Pfaff, Steinführer (4), Aul (3), Sturm (1), Zellmer, Quickert, Meitzler (1), Scheuer (8), Popple, Seelig.
Veröffentlicht am 06.09.2016 von Carsten Eckelmann
