Damen-Oberliga: TG Osthofen bricht gegen HSG Hunsrück ein
OSTHOFEN - (csr). Schade. Im Heimspiel gegen die HSG Hunsrück wäre für die Oberliga-Handballerinnen der TG Osthofen vielleicht was möglich gewesen. Am Ende wollten aber doch die Gäste den Sieg wohl einen Tick mehr. Und in einer kampfbetonten, oft aber auch zerfahrenen Partie holten sie ihn sich auch mit 19:14 (7:8).
Nachher mochte Sascha Kuhn das Positive nicht übersehen. „Mit der Abwehrleistung bin ich hoch zufrieden“, unterstrich der TGO-Coach. Die 19 Gegentore waren in der Tat eine Kombination aus einer vor der Pause überragenden Leistung von Torfrau Milena Deppisch und einer nach dem Wechsel auch insgesamt kompakteren TGO-Defensive. Der Unterschied zwischen beiden Seiten wurde aber in den letzten zehn Minuten offenbar. Während die Wonnegauerinnen verzweifelt die Lücken im gegnerischen Deckungsverbund suchten, zeigten sich die HSG-Frauen deutlich entschlossener. Sascha Kuhn: „Sie sind in die Lücken gegangen, haben auch mal den Siebenmeter gezogen.“
Der Weg in die entscheidende Phase war allerdings ein weiter. Und für die Wonnegauerinnen gab es deshalb in der Tat genügend Möglichkeiten, vielleicht selbst auf die Siegerspur abzubiegen. In einer von beiden Seiten nervösen und zerfahrenen ersten Halbzeit war es eben Milena Deppisch, die ihr Team mit schon da mehr als zehn Paraden in der Spur hielt. Während die HSG-Sieben vergeblich den Weg über die Außenpositionen suchte, setzten die Wonnegauerinnen derweil auf Tempo – und waren da letztlich wohl auch für sich selbst eine Spur zu flott. Ganze acht Versuche benötigte die Kuhn-Sieben, bis die Kugel erstmals durch Linda Brocke im HSG-Kasten landete (1:1, 8.).
Eine Führung wäre also möglich gewesen, folgte auch beim 3:2 (14.) und später wieder beim 8:7 (28.). Auf mehr als diesen einen Treffer wussten sich die Wonnegauerinnen aber nicht abzusetzen, was gerade über den Seitenwechsel bei eigenem Anwurf nach der Pause gut möglich gewesen wäre. Doch vorne donnerte Jasmin Schulz die Kugel über die Latte, hinten handelte sich Kristina Graf die erste Zeitstrafe der Partie ein – und es ging folglich in Unterzahl in die zweite Hälfte.
Durch zwei weitere Zeitstrafen, Schulz sah sogar „Rot“, als sie Viktoria Hoemann im Gegenstoß in die Beine fuhr, geriet die TGO-Sieben nach dem Wechsel aus dem Tritt. Ein 9:11 (37.) glichen die Wonnegauerinnen wie das 11:13 (43.) zwar noch mal aus. Nach dem 13:15 (50.) war der Widerstand aber gebrochen, beim 14:18 (56.) die Messe gelesen. Die letzten Minuten nahm so einen Verlauf, der Kuhn nicht überraschte: „Dabei wäre es möglich gewesen, das Ding zu gewinnen.“
TG Osthofen: Deppisch, Kleinewächter; Brocke (1), Schmitt (8/2), Köhler, Schnaubelt (1), Rubeck (1), Bott, Schulz (1), Graf (2), Weick, Schulz.
Veröffentlicht am 24.10.2017 von Carsten Eckelmann
